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Sterbefall

Situationen, in denen wir Menschen an die Grenze des Todes stoßen, lösen in uns nicht nur Trauer und Schmerz aus. In unserer großen Betroffenheit vergessen wir dann mitunter, was zu tun ist. Diese Angaben sollen helfen, richtig zu handeln und nichts Wichtiges zu vergessen.

Eine große Bitte voraus: den Seelsorger - wenn es möglich ist - früh genug verständigen: die Erfahrung zeigt, dass Sterbende sehr dankbar sind, wenn sie auf diesem Weg auch von einem Priester begleitet werden.

Es ist in jedem Fall ratsam und sinnvoll, in Todesgefahr oder nach Eintritt des Todes einen Priester anzufordern. Denn der Priester kann neben der Spendung der Krankensalbung, oder wenigstens der bedingungsweisen Spendung, den vollkommenen Ablass in der Sterbestunde erteilen. Dieser lautet folgendermaßen: "Auf Grund der mir vom Apostolischen Stuhl verliehenen Vollmacht gewähre ich dir vollkommenen Ablass und Vergebung aller Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Beim Sterbefall sollte man folgendes beachten:

1. Den Hausarzt (Notarzt) benachrichtigen zur Ausstellung des Totenscheines. Die Totenbeschau macht normal der (vom Hausarzt verständigte) Sprengelarzt.

2. Wenn nicht schon lange vorher geschehen - Seelsorger verständigen. Ein Gespräch mit ihm kann oft helfen, den Schock zu überwinden; zudem sind die Termine für das Parastas (Totenandacht), für die Hl. Liturgie und die Beerdigung zu besprechen.

3. Danach die Angehörigen und Verwandten verständigen – sie sollen früh genug vom Tod eines ihnen nahe stehenden Menschen erfahren.

4. Die Bestattung benachrichtigen – sie übernimmt vieles, aber nicht alles aus der Hand geben!

5. Urkunden bereithalten (soweit vorhanden): Geburts- und Heiratsurkunde, Staatsbürgerschaft-Nachweis, Personalausweis oder Reisepass, u.ä. Wenn der Verstorbene kaum bekannt war, dann ist auch die Mitgliedschaft in der Kirche nachzuweisen (Taufschein/kirchl. Trauschein).

6. Kirchenaustritt: Wenn der/die Verstorbene die kirchliche Gemeinschaft verlassen hat (Kirchenaustritt), darf - aus Respekt vor seiner freien Entscheidung - kein kirchliches Begräbnis gefeiert werden.

7. Foto von dem/der Verstorbenen für Partezettel, Todesanzeige und Sterbebildchen evtl. auch größeres gerahmtes Foto richten, das in der Totenkapelle auf den Sarg gestellt wird.

8. Kleidung für den/die Verstorbenen bereithalten. Wer zieht ihn/sie an noch vor der Totenstarre?

9. Besprechung: Welcher Text wird für Parte, Todesanzeige und Sterbbildchen verwendet? Welche Namen kommen auf die Parte und die Todesanzeige (das Bestattungsunternehmen wird mit Vorschlägen gern behilflich sein)?

10. Wer soll noch verständigt werden? Angehörige, Freunde, Firmen, Vereine ...

11. Das Gemeindeamt (am Land) und die Friedhofsverwaltung (in der Stadt) benachrichtigen: Wo wird der Verstorbene begraben? Wer öffnet das Grab? Bestellung der Sargträger.

12. Allgemeine Bekanntmachung in einer Zeitung: Wenn ja, in welcher? Wer macht das? - das Bestattungsunternehmen? - die Angehörigen selbst?

13. Bestellung von Blumen und Kränzen. Vermeiden Sie allzu kostspieligen Überschwang! Viele verzichten auf Kranz- oder Blumenspenden zugunsten eines guten Zwecks: für Hospiz oder Caritas, für Mission oder Pfarre, Kinderheim, ... Eine weitere sinnvolle Alternative sind neuerdings Blumengutscheine (für die spätere Grabpflege) oder Messbestellungen.

14. Texte für Kranzschleifen (weiß, grün, weinrot, violett oder schwarz): in Dankbarkeit - in Liebe und Treue - im Vertrauen auf Gott - im Glauben an das ewige Leben - verbunden über das Grab hinaus - im Gebet verbunden - Gott nehme dich auf - ...

15. Zur Mitfeier der Hl. Messe: Wenn jemand selten oder nie beim Gottesdienst ist, ist es sicher gut und auch notwendig, sich über das Verhalten und den üblichen Ablauf zu informieren.

16. Zum Kommunionempfang: Soll keine Pflicht sein, weil alle Angehörigen gehen oder nicht gehen. Die Vereinigung mit Jesus in der Hl. Kommunion soll ein echter und gläubiger Wunsch des Trauernden und Mitfeiernden sein.

17. Kosten: Für die Beerdigung werden keine Stolgebühren von der Seelsorgestelle eingehoben (laut Vorgabe der Diözese Innsbruck). Die Chorsänger und Sonderausgaben sind dann von den Angehörigen direkt zu begleichen.

Nach der Beerdigung ...

– Soll es ein so genannter „Totenmahl“ geben und wo? Wer betet dabei das Tischgebet und das Gebet für den Verstorbenen/die Verstorbene?

– Wie werden die Danksagungen gemacht: Allgemein in der Zeitung? Persönlich? Schriftlich?

– Weitere Messbestellungen: Bestimmte Termine eignen sich gut als Gedenktage, wie Geburtstag, Namenstag, Hochzeitstag oder Sterbetag des/der Toten sollten Tage sein, an denen wir - so möglich - die Hl. Messe mitfeiern und für ihn/sie beten.

– Wie wird das Grab gestaltet: Grabstein oder Grabkreuz, Pflege, usw.?

 

Trennung ist unser Los.
Wiedersehen ist unsere Hoffnung.

So bitter der Tod ist, die Liebe vermag er nicht
zu scheiden. Aus dem Leben ist er zwar geschieden,
aber nicht aus unserem Leben; denn wie
vermöchten wir ihn tot zu wähnen, der so lebendig
unserem Herzen innewohnt!

Hl. Augustinus